
01.09.2026 # Patrick Mai
Adresse: Pont du Galetas, 04360 Moustiers-Sainte-Marie, Frankreich ⌖43.8017, 6.2501
Die Verdonschlucht – französisch Gorges du Verdon – gehört zu den eindrucksvollsten Naturlandschaften der Provence. Steile Kalksteinwände, türkisfarbenes Wasser, spektakuläre Aussichtspunkte und der Lac de Sainte-Croix machen die Region zu einem der beliebtesten Ausflugsziele Südfrankreichs.
Ein Besuch will trotzdem gut vorbereitet sein. Die Entfernungen sind größer, als sie auf der Karte wirken, einige Straßen sind schmal und im Sommer kann es sehr voll werden. Hinzu kommen saisonale Straßensperrungen, gesperrte Wanderwege und Sicherheitsregeln für das Baden und den Wassersport.
Dieser Reiseführer hilft dir dabei, deinen Besuch realistisch zu planen.
Zuletzt redaktionell überprüft: September 2026
Wichtiger Sicherheitshinweis: Das Baden im Verdon innerhalb des Canyons ist verboten und gefährlich. Strömungen, kaltes Wasser und mögliche Wasserablässe können auch bei schönem Wetter ein Risiko darstellen. Zum Baden eignen sich ausgewiesene Bereiche an den umliegenden Seen.
Die Gorges du Verdon liegen im Hinterland der Provence, zwischen dem Lac de Sainte-Croix im Westen und Castellane im Osten. Die Schlucht erstreckt sich über die Départements Alpes-de-Haute-Provence und Var.
Als Orientierungspunkt für den westlichen Eingang eignet sich der Pont du Galetas:
Pont du Galetas
04360 Moustiers-Sainte-Marie, Frankreich
Koordinaten: 43.8017, 6.2501
Die Brücke liegt dort, wo der Verdon in den Lac de Sainte-Croix mündet. Hier befinden sich mehrere Bootsverleiher, und von hier aus kann man mit einem Tretboot, Elektroboot, Kajak oder Stand-up-Paddle ein Stück in die Schlucht hineinfahren.
Der Pont du Galetas ist jedoch nicht „die Adresse“ der gesamten Verdonschlucht. Wer Aussichtspunkte, Wanderwege oder die Route des Crêtes besuchen möchte, muss weitere Strecken mit dem Auto einplanen.
Die Gorges du Verdon stehen seit 1990 als bedeutende Naturlandschaft unter besonderem Schutz. Seit 2010 arbeitet die Region im Rahmen des Projekts „Grand Site de France“ daran, Besucherlenkung, Landschaftsschutz und nachhaltigen Tourismus besser miteinander zu verbinden. Das offizielle Label befindet sich weiterhin im Bewerbungsverfahren.
Anfahrt aus Richtung Nizza
Von Nizza führt die Anreise normalerweise über Grasse und Castellane. Die Strecke ist landschaftlich sehr reizvoll, aber kurvenreich. Für die reine Fahrt sollte man deutlich mehr Zeit einplanen, als die Kilometerzahl vermuten lässt.
Castellane eignet sich als erster Ausgangspunkt für den östlichen Teil der Schlucht und für organisierte Wildwasseraktivitäten.
Anfahrt aus Richtung Aix-en-Provence oder Marseille
Aus westlicher Richtung erreicht man die Region über Manosque, Valensole oder Riez. Für den Lac de Sainte-Croix und den Pont du Galetas bieten sich Moustiers-Sainte-Marie oder Aiguines als Ausgangspunkte an.
Während der Lavendelblüte kann rund um Valensole zusätzlich starker Ausflugsverkehr entstehen.
Praktische Hinweise zur Anfahrt
Die Route des Crêtes bei La Palud-sur-Verdon ist eine der spektakulärsten Panoramastraßen der Region. Die ungefähr 24 Kilometer lange Rundstrecke führt an zahlreichen Aussichtspunkten oberhalb der Schlucht vorbei.
Die Straße ist normalerweise von Ende März bis Ende November geöffnet. Der mittlere Abschnitt ist eine Einbahnstraße und muss im Uhrzeigersinn befahren werden. Dafür fährt man von La Palud-sur-Verdon zunächst in Richtung Auberge des Crêtes.
Wetter, Bauarbeiten, Veranstaltungen oder Sicherheitsmaßnahmen können kurzfristige Änderungen verursachen. Deshalb sollte man die aktuelle Verkehrslage vor der Fahrt kontrollieren.
Aussichtspunkte, die sich besonders lohnen
An vielen Aussichtspunkten gibt es nur wenige Parkplätze. Im Sommer sollte man deshalb früh beginnen und niemals außerhalb erlaubter Flächen parken.
Das türkisfarbene Wasser ist für viele Besucher einer der Höhepunkte des Verdon. Baden sollte man jedoch nicht im Fluss innerhalb des Canyons, sondern an geeigneten Stellen der umliegenden Seen.
Die örtliche Beschilderung hat immer Vorrang. Wasserstand, Beaufsichtigung und Zugänglichkeit können sich saisonal verändern.
Plage de Bauduen
Der Strand von Bauduen liegt am südlichen Ufer des Lac de Sainte-Croix. In der Nähe befinden sich das Dorf, gastronomische Angebote und Möglichkeiten zum Wassersport.
In der Hauptsaison kann es voll werden. Wer es ruhiger möchte, sollte möglichst am Vormittag kommen.
Koordinaten: 43.73199, 6.17772
Plage du Galetas bei Aiguines
Die Plage du Galetas liegt in der Nähe des Pont du Galetas und damit unmittelbar am Eingang der Verdonschlucht. Die Lage ist ideal, wenn man Baden mit einer Fahrt im Tretboot, Kajak oder Elektroboot verbinden möchte.
Im Juli und August gehört dieser Bereich allerdings zu den meistbesuchten Stellen am See. Für ruhiges Baden ist er dann nur eingeschränkt geeignet.
Koordinaten: 43.7991, 6.24205
Plage de Margaridon
Die Plage de Margaridon liegt bei Les Salles-sur-Verdon. Der Strand besteht je nach Bereich aus Sand, Kies und Rasenflächen. Das Dorf und weitere Angebote befinden sich in der Nähe.
Koordinaten: 43.77347, 6.20459
Weitere Badestellen am Lac de Castillon
Der nördlich von Castellane gelegene Lac de Castillon ist häufig ruhiger als der Lac de Sainte-Croix. Zu den bekannten Stellen gehören die Plage du Cheiron, die Plage du Plan und die Plage du Touron.
Auch hier gilt: Nur ausgewiesene Zugänge benutzen und aktuelle Hinweise zur Wasserqualität, Beaufsichtigung und Zugänglichkeit beachten.
Nicht im Canyon baden: Le Styx, der Couloir Samson und andere Stellen im Fluss innerhalb der Schlucht sind keine regulären Badestellen. Wasserablässe, Strömungen, niedrige Temperaturen und unter Wasser liegende Gefahren machen das Baden riskant und unzulässig.
Eine der einfachsten Möglichkeiten, die Verdonschlucht vom Wasser aus zu erleben, ist die Einfahrt vom Lac de Sainte-Croix am Pont du Galetas.
Vor Ort werden – abhängig von Saison und Wetter – gewöhnlich verschiedene Wasserfahrzeuge angeboten:
Vom See aus kann man einige Kilometer in den unteren Abschnitt der Schlucht hineinfahren. Dieser Bereich ist landschaftlich eindrucksvoll und auch für Besucher geeignet, die keine anspruchsvolle Wildwassertour unternehmen möchten.
Schlucht von Verdon mit Kindern: Ein Riesenspass!Darauf solltest du achten
Auf dem Lac de Sainte-Croix sind Boote mit Verbrennungsmotor grundsätzlich verboten. Für motorisierte Elektroboote gelten Leistungs- und Geschwindigkeitsgrenzen.
Wildwasser und Canyoning
Der obere und mittlere Verdon ist kein gewöhnliches Freizeitgewässer. Wasserstände und Strömungen können durch die Stauseen beeinflusst werden. Hinzu kommen Felsen, Engstellen und gefährliche Unterwasserbereiche.
Wildwasser, Canyoning und anspruchsvolle Kajaktouren sollten ausschließlich mit qualifizierten Guides und entsprechend der aktuellen behördlichen Regelungen unternommen werden.
Verdon Schlucht: Um solch eine leere Schlucht anzutreffen muss man in der Nebensaison reisenDie Region bietet einige der eindrucksvollsten Wanderungen Südfrankreichs. Gleichzeitig sind viele Wege lang, steil und körperlich anspruchsvoll.
Feste Schuhe, ausreichend Wasser, Sonnenschutz und eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition sind unverzichtbar. Im Sommer sollte man die Mittagshitze vermeiden.
Sentier Blanc-Martel
Der Sentier Blanc-Martel gehört zu den bekanntesten Wanderwegen der Verdonschlucht. Die Strecke führt durch den Canyon und beinhaltet längere Abstiege, Anstiege, Treppen und Tunnel.
Für die Wanderung müssen Transport und Rückfahrt im Voraus organisiert werden. Saisonale Shuttle-Angebote und Wegbedingungen sollten vor der Tour überprüft werden.
Eine Taschen- oder Stirnlampe ist für die Tunnel sinnvoll.
Couloir Samson
Vom Bereich Point Sublime beziehungsweise Couloir Samson kann man einen kürzeren Eindruck vom unteren Teil des Blanc-Martel-Weges bekommen. Auch bei kurzen Wanderungen müssen Sperrungen und Wetterlage kontrolliert werden. Sentier de l’Imbut: geschlossen
Wichtiger Hinweis: Der Sentier de l’Imbut ist seit dem 5. Juli 2022 durch eine behördliche Anordnung geschlossen. Absperrungen dürfen nicht umgangen werden. Vor jeder Wanderung sollte der aktuelle Zustand der Wege bei Verdon Tourisme oder der zuständigen Gemeinde kontrolliert werden.
Die Kalksteinwände der Verdonschlucht gehören zu den bekanntesten Klettergebieten Frankreichs. Mehr als 1.500 Kletterrouten verteilen sich auf zahlreiche Sektoren – von Übungsfelsen bis zu großen Mehrseillängenrouten von mehr als 250 Metern.
Seit 1968 wird im Grand Canyon du Verdon geklettert. Besonders bekannt ist die Felswand Escalès, die über die Route des Crêtes erreichbar ist.
Das Besondere am Verdon: Bei vielen großen Routen beginnt der Aufstieg mit dem Abstieg. Vom oberen Rand der Schlucht seilt man sich zunächst zu den Einstiegen ab und klettert anschließend wieder nach oben. Das verkürzt zwar den Zustieg, verlangt aber Erfahrung und eine sehr gute Tourenplanung.
Das Klettern im Verdon sollte man deshalb nicht unterschätzen. Neben der Höhe und der Ausgesetztheit müssen Wetter, Wind, Routenzustand und die teilweise schwierige Orientierung berücksichtigt werden. Wer das Gebiet nicht kennt oder nicht über die entsprechende Erfahrung verfügt, sollte mit einem ortskundigen Guide klettern.
Außerdem müssen die Naturschutzregeln beachtet werden. In den Felswänden brüten unter anderem Gänsegeier und andere geschützte Greifvögel. Bestimmte Routen sollen deshalb während der jeweiligen Brutzeiten nicht begangen werden. Die betroffenen Routen und Zeiträume werden vom Parc naturel régional du Verdon und seinen Partnern regelmäßig aktualisiert.
Die angenehmsten Monate für einen Besuch sind normalerweise Mai, Juni, September und Anfang Oktober. In diesen Monaten ist es häufig warm genug für Ausflüge, gleichzeitig aber weniger überfüllt als im Hochsommer.
Im Juli und August ist mit starkem Besucherandrang zu rechnen. Parkplätze, Straßen, Bootsverleiher und beliebte Aussichtspunkte können bereits am Vormittag sehr voll sein.
Wer in der Hauptsaison reist, sollte:
Wetterunterschiede zur Côte d’Azur
Die Verdonschlucht liegt deutlich höher als die Küstenregion. Das Wetter kann daher kühler und wechselhafter sein als in Nizza, Cannes oder Saint-Tropez.
Auch wenn an der Côte d’Azur heißes Sommerwetter herrscht, sind im Verdon Regen, Gewitter, Wind und deutlich niedrigere Temperaturen möglich. Besonders bei Wanderungen und Wassersport sollte man die lokale Wettervorhersage beachten.
Für einen ersten Besuch solltest du mindestens einen vollständigen Tag reservieren. Die Entfernungen rund um die Schlucht sehen auf der Karte oft kurz aus, durch die kurvigen Straßen und die vielen Aussichtspunkte benötigt man aber deutlich mehr Zeit als erwartet.
Vorschlag für einen Tagesausflug
Vormittag: Moustiers-Sainte-Marie und Pont du Galetas
Mittag: Pause am Lac de Sainte-Croix
Nachmittag: Fahrt nach La Palud-sur-Verdon und Route des Crêtes
Abend: Rückfahrt oder Übernachtung in der Region
Wer zusätzlich wandern, baden oder die Schlucht mit Kajak, SUP oder Elektroboot erkunden möchte, sollte besser zwei oder drei Tage einplanen.
1) Plage du Cheiron - Castellane ⌖ 43.87512, 6.51879
Die Plage du Cheiron liegt am Lac de Castillon bei Castellane und ist eine ruhigere Alternative zum stark besuchten Lac de Sainte-Croix. Der Badebereich ist mit Bojen abgegrenzt und wird im Juli und August überwacht. In der Nähe gibt es einen Picknickbereich und Parkmöglichkeiten.
Der Strand ist auch für Familien interessant und mit Unterstützung für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich.
2) Strand “Plage du Plan” bei Saint André des Alpes ⌖ 43.946164, 6.515375
Die Plage du Plan liegt am nördlichen Ende des Lac de Castillon, etwa zwei Kilometer vom Zentrum von Saint-André-les-Alpes entfernt. Große Rasenflächen machen sie besonders für Familien angenehm.
Vor Ort werden verschiedene Wassersportmöglichkeiten angeboten, darunter Kanu, Kajak, Stand-up-Paddle und Tretboot. Der Strand ist auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität ausgestattet. Im Sommer gibt es einen überwachten Badebereich.
3) Strand “Plage du Touron” bei Saint Julien du Verdon ⌖ 43.91254, 6.54295
Die Plage du Touron liegt am Ostufer des Lac de Castillon, nur etwa 100 Meter vom Zentrum von Saint-Julien-du-Verdon entfernt. Der Strand verfügt über große Rasenflächen direkt am See.
Im Sommer werden unter anderem Kanus, Kajaks, Stand-up-Paddle-Boards und Tretboote vermietet. Im Juli und August ist der Badebereich überwacht. Parkmöglichkeiten und Gastronomie befinden sich ebenfalls vor Ort.
4) Saint-Julien Plage am Lac d'Esparron de Verdon ⌖ 43.73221, 5.93767
Weiter westlich liegt die Saint-Julien Plage am Lac d'Esparron. Wer einen ruhigeren Badetag abseits des Hauptbetriebs am Lac de Sainte-Croix sucht, findet hier eine schöne Alternative inmitten der Natur.
Die Zufahrt erfolgt über den Chemin d’Aurafrède und anschließend über mehrere Kilometer Piste. Im Juli und August wird der Zugang zum Parkplatz reguliert und ist auf 120 Stellplätze begrenzt. Wohnmobile und Wohnwagen sind nicht zugelassen.
Da der Zugang in den Sommermonaten außerdem von der Waldbrandgefahr abhängig sein kann, sollte man vor der Anfahrt die aktuellen Hinweise prüfen.
*Stand 2026
Im Prinzip gibt es zwei interessante Möglichkeiten:
1. Lac de Sainte-Croix und Eingang der Verdonschlucht
Die bekannteste Variante startet am Lac de Sainte-Croix in der Nähe des Pont du Galetas. Hier kann man je nach Anbieter und Saison unter anderem Kajaks, Kanus, Tretboote, Elektroboote und Stand-up-Paddle-Boards ausleihen.
Vom See darf man in die Verdonschlucht hineinfahren, allerdings nur bis zur markierten Navigationsgrenze mit gelben Bojen. Wie weit man tatsächlich fahren kann, sollte deshalb nicht in Kilometern angegeben werden.
Diese Variante bietet die spektakuläre Canyon-Landschaft, ist im Juli und August aber entsprechend stark besucht.
2. Basses Gorges du Verdon zwischen Quinson und Esparron
Eine ruhigere Alternative sind die Basses Gorges du Verdon weiter westlich. Die schmale Schlucht zwischen Quinson und dem Lac d'Esparron lässt sich mit geeigneten Wasserfahrzeugen erkunden und bietet eine ganz andere, deutlich ruhigere Atmosphäre als der Bereich am Pont du Galetas.
Hier gelten besondere Schutz- und Navigationsregeln. In den Basses Gorges darf beispielsweise nicht an den Ufern angelegt oder ein- und ausgestiegen werden. Auch die Grotten dürfen zum Schutz der dort lebenden Fledermäuse nicht betreten werden.
Vor jeder Tour solltest du deshalb die aktuelle Beschilderung und die Regeln des Parc naturel régional du Verdon beachten.
1)Verdon Canoe: Plage du Galetas, RD957, 83630 Aiguines ⌖ 43.7991, 6.24205
Kreditkarte akzeptiert, großer Parkplatz, Haustiere akzeptiert
Es werden noch Tretboote und Elektroboote ausgeliehen. website
2) Base nautique de l'Étoile – Pont du Galetas
6500 Route des Salles-Aups, 04360 Moustiers-Sainte-Marie ⌖ 43.80292, 6.24681
Die Base nautique de l'Étoile liegt direkt am Eingang der Verdonschlucht beim Pont du Galetas. Angeboten werden Tretboote, Elektroboote, Kanus und Kajaks.
Für eine Fahrt in die Schlucht kann man je nach Boot und Tempo etwa ein bis zwei Stunden einplanen. Die Fahrt ist nur bis zur markierten Navigationsgrenze erlaubt. Baden und Anlegen innerhalb der Schlucht sind verboten.
Bei starkem Wind kann die Zufahrt zur Schlucht gesperrt und der Verleih aus Sicherheitsgründen eingestellt werden.
Tipps zum Befahren der Verdon Schlucht
Für Stand-up-Paddler bietet der Lac de Sainte-Croix eine beeindruckende Landschaft. Vom Bereich des Pont du Galetas kann man mit dem SUP auch in den Eingang der Verdonschlucht hineinfahren. Dabei gelten jedoch dieselben Navigations- und Sicherheitsregeln wie für andere kleine Wasserfahrzeuge.
Eine Schwimmweste oder eine andere zugelassene Auftriebshilfe ist auf dem SUP Pflicht. Die gelb markierte Navigationsgrenze innerhalb der Schlucht darf nicht überschritten werden.
Besonders wichtig ist der Wind. Bei einer Windgeschwindigkeit von mehr als 28 km/h wird die Navigation in der Schlucht gesperrt. Aber auch bei weniger Wind sollte man die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen: Die Rückfahrt aus der Schlucht kann erheblich schwieriger werden als die Hinfahrt.
Meine persönliche Erfahrung mit dem SUP
Diesen Punkt habe ich selbst einmal ziemlich deutlich gelernt. Ich bin bei Windstärke 3 bis 4 mit meinem SUP in die Verdonschlucht gefahren – trotz eindringlicher Warnungen der Verleiher vor Ort.
Die Hinfahrt funktionierte noch. Bei der Rückfahrt kam ich gegen den Wind jedoch nicht mehr alleine aus der Schlucht heraus. Zum Glück halfen mir einige Touristen mit Elektrobooten aus meiner misslichen Lage.
Seitdem ist mein Rat eindeutig: Bei unsicheren Windverhältnissen nicht in die Schlucht fahren und die Warnungen der Verleiher vor Ort ernst nehmen. Gerade mit dem SUP sollte man immer genügend Kraftreserven für den Rückweg einplanen.
Wer ruhigere SUP-Reviere sucht, findet auch an anderen Seen des Verdon Möglichkeiten. Dabei müssen jedoch die jeweiligen lokalen Regeln beachtet werden, denn SUP ist nicht in allen Bereichen erlaubt.
Windsurfen ist auf dem Lac de Sainte-Croix möglich. Am See gibt es auch Wassersportbasen, die Windsurfmaterial verleihen und Kurse anbieten.
Auch Kitesurfen wird in den aktuellen Navigationsregeln des Sees berücksichtigt. Dabei müssen jedoch die ausgewiesenen Bade-, Schutz- und Sperrzonen beachtet werden.
Für Windsurfer und Kitesurfer ist eine Schwimmweste beziehungsweise eine andere zugelassene Auftriebshilfe vorgeschrieben.
Wichtig: Mit Segelbooten darf man nicht in die Verdonschlucht hineinfahren. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob die Einfahrt für andere Wasserfahrzeuge geöffnet ist. Bei Windgeschwindigkeiten über 28 km/h wird die Navigation in der Schlucht generell gesperrt.
Vor dem Start sollte man deshalb immer die aktuellen Windbedingungen und die Beschilderung vor Ort kontrollieren.
Der Wasserstand des Verdon wird durch die Wasserkraftanlagen und Stauseen beeinflusst. Wasserablässe können den Wasserstand und die Strömung innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Deshalb hängen viele Wildwasseraktivitäten davon ab, ob und wann Wasser abgelassen wird.
Im Sommer führt EDF normalerweise an bestimmten Tagen Wasserablässe durch. Die tatsächlichen Tage können jedoch variieren und sollten immer aktuell bei den örtlichen Tourismusbüros oder den Wildwasseranbietern erfragt werden.
Rafting, Hydrospeed und Canoë-Raft
Rafting, Hydrospeed und Canoë-Raft benötigen ausreichend Wasser und werden im mittleren Verdon normalerweise an Tagen mit entsprechenden Wasserablässen angeboten.
Beim Hydrospeed liegt man mit dem Oberkörper auf einem speziellen Schwimmkörper und bewegt sich mit Flossen durch die Strömung. Beim Canoë-Raft beziehungsweise Airboat fährt man mit einem kleinen aufblasbaren Boot durch das Wildwasser.
Aqua-Rando
Die Aqua-Rando oder randonnée aquatique funktioniert genau umgekehrt: Sie wird im Verdon an Tagen ohne Wasserablass und bei entsprechend ruhigem Wasser durchgeführt. Mit Neoprenanzug, Helm und Schwimmweste bewegt man sich schwimmend und teilweise zu Fuß durch geeignete Abschnitte des Flusses.
Canyoning
Canyoning wird ebenfalls im Verdon angeboten. Anders als Rafting oder Hydrospeed ist es nicht unmittelbar an die Wasserablässe im mittleren Verdon gebunden. Wetter, Wasserstand und die Bedingungen im jeweiligen Canyon bleiben aber entscheidend.
Wildwasseraktivitäten im Verdon sollten nicht auf eigene Faust unternommen werden. Der Parc naturel régional du Verdon empfiehlt für diese Aktivitäten professionelle Begleitung und weist ausdrücklich darauf hin, sich über die aktuellen Wasserablässe zu informieren.
Die für mich schönste Anfahrt zur Verdonschlucht führt von Castellane über die D952 in Richtung Rougon und La Palud-sur-Verdon.
Die Straße verläuft auf der nördlichen Seite der Schlucht und führt unter anderem am Point Sublime vorbei. Hier lohnt sich ein Stopp: Vom Aussichtspunkt blickt man auf den Eingang des Grand Canyon und den Couloir Samson.
Danach geht es über die D952 weiter nach La Palud-sur-Verdon. Von dort kannst du zusätzlich die Route des Crêtes fahren.
Wer aus südlicher Richtung kommt, kann dagegen über Aiguines zum Pont du Galetas und zum Lac de Sainte-Croix fahren.
Mein persönlicher Tipp: Wenn es deine Reiseroute erlaubt, würde ich die Strecke über Castellane und die D952 wählen. Sie gehört für mich zu den schönsten Strecken rund um die Verdonschlucht.
Der Sommer 2022 war für den Verdon außergewöhnlich trocken. Der Wassermangel war so stark, dass die normalerweise für den Tourismus angestrebten Wasserstände der Stauseen von Sainte-Croix und Castillon nicht eingehalten werden konnten. Wassersport und andere touristische Aktivitäten wurden dadurch teilweise stark beeinträchtigt.
Ganz ausgetrocknet waren der Lac de Sainte-Croix und die Verdonschlucht jedoch nicht. Besonders auffällig war der ungewöhnlich niedrige Wasserstand des Sees, durch den sich die Uferlinie teilweise deutlich zurückzog.
Seitdem beschäftigt sich die Region intensiv mit der Anpassung an häufigere und stärkere Trockenperioden. Der Wasserstand des Lac de Sainte-Croix kann grundsätzlich schwanken, da es sich um einen künstlichen Stausee handelt.
Wie sieht es 2026 aus?
Im Sommer 2026 ist die Situation deutlich weniger dramatisch als 2022. Nach einem feuchten Winter und einer guten Schneelage waren die großen Stauseen zunächst gut gefüllt. Seit April 2026 war es allerdings besonders warm und trocken.
Ende Juli meldete der Parc naturel régional du Verdon deshalb eine gemischte hydrologische Situation: Die großen Stauseen hatten weiterhin akzeptable Wasserstände, während kleinere Flüsse, Böden und insbesondere der Haut-Verdon bereits deutlich stärker unter der Trockenheit litten.
Für Besucher bedeutet das: Ein niedrigerer Wasserstand am Lac de Sainte-Croix ist nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass die Verdonschlucht „austrocknet“. Die Situation kann sich aber im Laufe eines Sommers verändern. Vor einer Reise lohnt es sich deshalb, die aktuellen Informationen des Parc du Verdon zu kontrollieren.
Moustiers-Sainte-Marie liegt nur wenige Kilometer vom Lac de Sainte-Croix entfernt und gehört für mich unbedingt zu einem Besuch der Verdonschlucht dazu.
Das Dorf ist besonders für seine Fayence-Keramik und seine spektakuläre Lage unterhalb der Felsen bekannt. Wenn du genügend Zeit hast, kannst du den Besuch der Schlucht sehr gut mit einem Rundgang durch Moustiers verbinden.
Mehr Informationen zur Stadt Moustiers-Sainte-Marie:
Etwas weiter südlich liegt Tourtour, ein schönes provenzalisches Dorf, das sich gut mit einer Rundfahrt durch den südlichen Teil des Verdon verbinden lässt.
Ich würde Tourtour allerdings eher als zusätzlichen Ausflug empfehlen, wenn du mehrere Tage in der Region bleibst. Für einen einzigen Tag an der Verdonschlucht gibt es näher am Canyon wichtigere Ziele.
Mehr Informationen zu Tourtour:
Castellane ist für mich einer der besten Ausgangspunkte, wenn du die Verdonschlucht von Osten her erkunden möchtest. Schon von weitem erkennt man den Ort an seinem markanten Felsen „Le Roc“, der rund 184 Meter über Castellane aufragt.
Im Zentrum gibt es kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés. Castellane ist außerdem ein wichtiges Zentrum für Outdoor-Aktivitäten am Verdon. Rafting, Canyoning, Aqua-Rando und andere Wildwasseraktivitäten können hier bei verschiedenen Anbietern gebucht werden.
Wenn du etwas mehr Zeit hast, lohnt sich auch der Aufstieg zur Kapelle Notre-Dame du Roc. Von oben hat man einen schönen Rundumblick über Castellane und die Umgebung.
→ Mehr Informationen findest du in meinem ausführlichen Artikel über die Stadt Castellane hier.
Die Gorges de Baudinard liegen westlich der eigentlichen Verdonschlucht, unterhalb des Staudamms des Lac de Sainte-Croix. Diese kleinere Schlucht ist deutlich weniger bekannt als der Grand Canyon du Verdon – und gerade deshalb für mich einen Besuch wert.Besonders schön lässt sich die Schlucht vom Wasser aus entdecken. Die schmalen, teilweise fast geradlinigen Felspassagen bieten mit Kanu oder Kajak eine völlig andere Atmosphäre als der viel bekanntere Eingang der Verdonschlucht am Pont du Galetas.Dabei unbedingt die Schutzregeln beachten: In bestimmten Bereichen gelten Einschränkungen für das Anlegen und Betreten der Ufer. Auch die Grotten dürfen zum Schutz der dort lebenden Fledermäuse nicht betreten werden.Wenn du mehrere Tage am Verdon verbringst, ist Baudinard für mich eine sehr schöne Ergänzung zur eigentlichen Verdonschlucht.→ Alle Informationen, Verleihmöglichkeiten und meine Tipps findest du in meinem ausführlichen Artikel über die Gorges de Baudinard als Geheimtipp
Aiguines liegt oberhalb des Lac de Sainte-Croix und ist ein schöner Zwischenstopp, wenn du die südliche Seite der Verdonschlucht erkundest.Vom Dorf hat man einen schönen Blick auf den See und die umliegenden Berge. Aiguines ist außerdem für seine lange Tradition des Holzdrechselns bekannt. Wer sich dafür interessiert, findet hier das Musée des Tourneurs sur Bois sowie Kunsthandwerker und eine Schule für Holzdrechsler.Für einen kurzen Spaziergang oder eine Pause auf einer Rundfahrt um die Verdonschlucht lohnt sich der Abstecher.
Wenn du im Frühsommer am Verdon bist und etwas mehr Zeit hast, kannst du den Besuch der Verdonschlucht mit einem Abstecher auf das Plateau de Valensole verbinden.
Das Plateau gehört zu den bekanntesten Lavendelregionen der Provence. Besonders eindrucksvoll ist die Landschaft während der Blütezeit, wenn sich Lavendel- und Lavandinfelder mit Getreidefeldern abwechseln.
Die Lavendelblüte beginnt im südlicheren Bereich rund um Valensole normalerweise etwa Mitte Juni. Der genaue Zeitpunkt und die Ernte hängen jedoch vom Wetter und vom jeweiligen Jahr ab.
Valensole würde ich deshalb nicht in einen ohnehin schon vollen Tagesausflug zur Verdonschlucht einbauen. Wenn du zwei oder mehr Tage für die Region einplanst, lässt sich beides dagegen sehr gut miteinander verbinden.
Mehr dazu findest du in meinem Artikel über das Plateau de Valensole hier: Lavendelfelder
Quinson liegt westlich des Lac de Sainte-Croix an den Basses Gorges du Verdon. Wenn du mehrere Tage in der Region bleibst, lohnt sich der Ort besonders als Ausgangspunkt, um diesen ruhigeren Teil des Verdon zu entdecken.
Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten ist das Musée de Préhistoire des Gorges du Verdon. Das Museum zeigt die lange Geschichte der Besiedlung des Verdon von der Vorgeschichte bis in die Antike und gehört für mich vor allem bei einem Familienurlaub zu den interessanten Alternativen zu einem reinen Natur- und Badetag.
Quinson lässt sich außerdem gut mit einer Tour durch die Basses Gorges verbinden.
MehrInformationen zum Museum in Quinson findest du in meinem Artikel über Quinson und die Basses Gorges du Verdon.
Im Prinzip sind fast alle kleinen Städte und Dörfer rund um den Verdon einen Abstecher wert. Gerade abseits der bekanntesten Orte wie Moustiers-Sainte-Marie und Castellane entdeckt man hier noch viel provenzalisches Flair.
Weitere sehenswerte Orte sind zum Beispiel Riez, Saint-Martin-de-Brômes und Bauduen. Wenn du mehrere Tage am Verdon verbringst, lohnt es sich deshalb, auch einmal abseits der direkten Route durch die Verdonschlucht zu fahren.
1 / Camping de l'Aigle - CAMPASUN-Quartier Saint-Pierre, 83630 Aiguines ⌖43.77712, 6.24566
Der Camping de l’Aigle liegt oberhalb des Lac de Sainte-Croix bei Aiguines und bietet einen schönen Blick auf den See. Das Dorf Aiguines ist zu Fuß erreichbar.
Die Lage ist besonders praktisch, wenn du die südliche Seite der Verdonschlucht, den Pont du Galetas und den Lac de Sainte-Croix erkunden möchtest.
Neben klassischen Stellplätzen werden auch verschiedene Mietunterkünfte angeboten.
2) Camping Les Lacs du Verdon: Domaine De Roquelande - 83630 REGUSSE
⌖ 43.660351 6.150884
Der Camping Les Lacs du Verdon bei Régusse ist eine Alternative für Familien, die weniger Wert auf eine direkte Lage am See legen und dafür einen größeren Feriencampingplatz mit umfangreicher Ausstattung suchen.
Der 5-Sterne-Campingplatz verfügt unter anderem über einen großen Wasserpark mit beheizten Pools und Wasserrutschen sowie Sportangebote, Kinderclubs und Animation.
Für Ausflüge zur Verdonschlucht und zum Lac de Sainte-Croix benötigt man allerdings das Auto.
Welche Unterkunft am besten geeignet ist, hängt davon ab, was du am Verdon unternehmen möchtest.
La Palud-sur-Verdon ist für mich die beste Wahl, wenn die Verdonschlucht selbst im Mittelpunkt steht. Von hier erreichst du die Route des Crêtes, zahlreiche Aussichtspunkte und Wanderwege besonders gut.
Moustiers-Sainte-Marie eignet sich besser, wenn du die Schlucht mit dem Lac de Sainte-Croix, Baden und einem der schönsten Dörfer der Provence verbinden möchtest.
Castellane ist ein guter Ausgangspunkt für die östliche Seite der Schlucht und besonders interessant, wenn du Rafting oder andere Wildwasseraktivitäten planst.
Aiguines bietet sich für die südliche Seite des Lac de Sainte-Croix und eine Rundfahrt entlang der südlichen Verdonschlucht an.
Auberge des Crêtes – La Palud-sur-Verdon
Eine einfache und gut
gelegene Möglichkeit für alle, die vor allem wandern und die
Verdonschlucht erkunden möchten. Die Auberge liegt nahe La Palud am
Beginn der Route des Crêtes.
Wer mehr Komfort sucht, findet hier ein 4-Sterne-Hotel mit Spa und Restaurant mitten im Gebiet der Verdonschlucht.
Danke an Trekkeur Compulsif und Dracénie Tourisme für diesen tollen Film über den Gorges du Verdon!
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